
Die Herstellung von Champagner ist eine Kunst. Aber wussten Sie, dass einer der wichtigsten Schritte in diesem Prozess von einem Holzgestell mit Löchern abhängt? Dieses Gestell wird als Pupitre, Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Klärung des Champagners. Tauchen wir ein in die Geschichte des Pupitre und entdecken wir, wie eine clevere Erfindung von Madame Barbe-Nicole Clicquot (ja, die Veuve Clicquot) hat die Welt des Champagners für immer verändert.
Von der Küchentür zur Revolution
Anfang des 19. Jahrhunderts stand man vor einem Problem: Wie konnte man die Hefeteilchen aus einer Champagnerflasche entfernen, ohne dass die Bläschen verloren gingen? Bis dahin wurde der Champagner einfach in eine neue Flasche umgefüllt, was jedoch oft auf Kosten des Geschmacks und des Schaums ging.
Madame Clicquot, eine brillante und entschlossene Frau, die die Champagnerindustrie auf den Kopf stellte, bemerkte, dass sich die Hefe im Flaschenhals sammelte, wenn man eine Flasche schräg hielt und langsam drehte. Diese Idee entstand, als sie mit einer Küchentür experimentierte, in die sie Löcher gebohrt hatte, um die Flaschen schräg zu halten.
Gemeinsam mit ihrem Kellermeister Antoine Müller entwickelte sie diese Idee weiter und so entstand die erste pupitre geboren. Dieses Holzgestell, in das die Flaschen schräg gestellt und von Hand gedreht werden konnten, wurde zur Standardmethode für die Klärung von Champagner.
Drehen: eine Präzisionsarbeit
Die Pupitre wird verwendet für die Umspülvorgang: Drehen und Kippen der Sektflaschen, um das Hefesediment langsam zum Flaschenhals zu leiten.
- Manuelle Drehung: Die Flaschen stehen mit dem Hals nach unten in der Pupitre und werden über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen jeden Tag ein wenig weiter gedreht und gekippt. Dies geschieht von Hand durch einen Remueur, der Tausende von Flaschen pro Tag drehen kann!
- Von der Horizontalen zur Vertikalen: Die Flaschen beginnen in fast waagerechter Position und enden völlig aufrecht (sur pointe), wobei sich die gesamte Hefe im Hals sammelt.
- Bereit zur Degorgementierung: Sobald sich die Hefe im Flaschenhals befindet, wird die Flasche gekühlt und der Hals eingefroren. Beim Degorgieren schießt der gefrorene Hefepfropfen heraus und der Champagner ist kristallklar.
Heute wird dieser Prozess weitgehend maschinell mit einer Gyropalette. Dabei handelt es sich um einen großen rotierenden Behälter, der Hunderte von Flaschen auf einmal drehen kann, aber in traditionellen Häusern wird der Pupitre immer noch für Prestige-Cuvées verwendet.
Das Pupitre heute
Obwohl die Gyropalette effizienter ist, bleibt die Pupitre ein Symbol für Handwerk und Tradition. Viele Champagnerhäuser verwenden diese Methode noch immer für ihre exklusivsten Flaschen. Außerdem hat die Pupitre ein zweites Leben als Dekoration erhalten - man sieht sie oft als Weinregale oder sogar als stilvolle Möbelstücke in Bars und Weinkellern.
Madame Clicquots einfache Küchentür veränderte die Art und Weise der Champagnerherstellung und gab den Ton für die Qualität an, die wir heute kennen. Wenn Sie also das nächste Mal ein Glas schönen, klaren Champagner genießen, denken Sie an das Holzgestell mit den Löchern - die Pupitre, ein Stück Weingeschichte in Ihrem Glas
Pol Roger
Pol Roger ist eines der wenigen Champagnerhäuser, die noch stark an den traditionellen Herstellungsmethoden festhalten. Nicht weniger als 70% der Pol Roger Champagner wird in den beeindruckenden Kellern in Épernay, die sich über 7,5 Kilometer erstrecken, noch von Hand gedreht. Dieses arbeitsintensive Verfahren sorgt dafür, dass der Hefesatz so präzise wie möglich an den Flaschenhals geleitet wird und trägt zu der raffinierten und gleichbleibenden Qualität bei, für die Pol Roger bekannt ist. Es ist eine wunderbare Erinnerung daran, dass Handwerkskunst und Tradition in der Welt des Champagners immer noch eine große Rolle spielen.





























